Wie ein Phönix aus der Asche

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Die letzten 30 Jahre sind für den österreichischen Weinbau zur Erfolgsgeschichte geworden. Nach den traumatischen Ereignissen des Weinskandals 1986, die ein Erdbeben in der Branche auslösten, entwickelte sich alles sehr dynamisch.

Was die heimische Weinwirtschaft vor 30 Jahren in einen Schockzustand versetzte, hat sich als riesengroße Chance und beispielhafte Erfolgsgeschichte herausgestellt. Heute gibt es kaum einen Winzer, der das österreichische Weinwunder nicht auf die radikalen Veränderungen, die dem Weinskandal folgten, zurückführt. Manche meinen sogar, hätte es die Ereignisse nicht gegeben, man hätte sie erfinden müssen. Krisen, so schwer sie wiegen, bergen ja bekanntlich auch immer Chancen. Wein-Österreich hat sie positiv für sich genutzt. Es wurden verkrustete Strukturen aufgebrochen und Weichen für eine bessere Zukunft gestellt.

Meilenstein für heimischen Wein

1986 wurde die Österreich Wein Marketing GmbH – kurz: ÖWM – gegründet, um das Image des heimischen Weins wieder auf Hochglanz zu polieren und die Absätze zu fördern. Fünf Jahre später entstand als Partner der ÖWM die Weinakademie Österreich: ein international anerkannter Ausbildungsort für alle Weinaffinen, vom privaten Weinliebhaber bis hin zum angehenden Master of Wine (MW). Einer der wichtigen Meilensteine für das Image des Österreichischen Weins im Ausland war das „London Tasting“ 2002, jene historische grüner Veltliner/Chardonnay-Blindverkostung, bei der die ersten vier Plätze an österreichische Weine gingen. Unter den Top Ten befanden sich noch weitere drei Weine aus Österreich. Lange Zeit war Österreich als reine Weißwein-Nation bekannt. Heute hat sich diese Wahrnehmung durch die Profilierung von Blaufränkisch und Co. enorm gewandelt. Ein wichtiger Schritt für Wein-Österreich war und ist die Besinnung auf die einzigartigen Qualitäten der Regionen. Im Zuge dessen entstanden regionale Weinkomitees, die die klassischen, gebietstypischen Weinstile ausfeilten und weiterentwickelten. 2003 kam mit dem Weinviertel DAC der erste Herkunftswein auf den Markt. Diese an das romanische Weinsystem angelehnte Klassifizierung steht für die Schärfung der Gebietstypizität und für eine bessere Wiedererkennbarkeit beim Kunden. Heute werden Weine in neun Regionen mit der Bezeichnung DAC, kurz für „Districtus Austriae Controllatus“, gekeltert. Jüngster DAC ist seit 2013 der Wiener Gemischte Satz.

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