Griechische Weine – Auf dem Weg nach oben

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Die griechische Weinwirtschaft zeigt sich seit einigen Jahren von einer höchst positiven Seite. Luzia Schrampf gibt einen Einblick in ein historisches Weinland, das in den letzten zwei Jahrzehnten einen spannenden Weg eingeschlagen hat und von dem in Zukunft noch viel mehr zu erwarten sein wird.


Im Weinbau auf eine gloriose Vergangenheit verweisen zu können, ist natürlich ehrenvoll. Griechenland kann das: Noch bevor die Römer vergorenen Rebensaft durch Expansion in ganz Europa verbreiteten, haben die Griechen bereits Jahrtausende vor Christus Wein kultiviert. Sie ließen sich schon damals Gesetze einfallen, zum Beispiel um das Weinmachen in Amphoren zu regeln, und organisierten Weinverkostungen in Form von durchchoreographierten “Symposien”. Die moderne Entwicklung setzte in den 1980ern und 1990ern ein, mit der Wirtschaftskrise von 2009 bekam die Sache einen anderen Dreh. Der Tourismus der 1980er sorgte dafür, dass Griechenland international fast ausschließlich vor allem mit Retsina, klebrigsüßem Samos und ebenso klebrigem Mavrodaphne in Verbindung gebracht wurde. Und dass es hier eine Fülle von anderen, fast ausschließlich hier vorkommenden Sorten gab, behielten die Griechen lange für sich. Aus denen wurden ansprechende trockene Weine in Weiß und Rot gemacht, die gern auch mit internationalen Rebsorten verschnitten wurden, aber bis etwa 2009 vor allem im Land selbst konsumiert wurden.

Ab da konnten die Griechen immer weniger Geld für Wein ausgeben, also musste man sich Exportstrategien überlegen. Seither kommen auch nicht-griechische Weinfans vermehrt in den Genuss. Gesammelte Eckdaten seit 2010: Auf etwa 110.000 Hektar Gesamtrebfläche (wobei nicht klar ist, ob tatsächlich als Ertragsfläche oder nur als Rebfläche definiert) werden jährlich rund 2,8 Millionen Hektoliter Wein erzeugt, von denen zwei Drittel Weißwein, ergo ein Drittel Rotwein ist. Zum Vergleich: Österreich erzeugt auf etwa 45.000 Hektar durchschnittlich 2,5 Mio. Hektoliter, allerdings bei völlig anderen klimatischen Gegebenheiten und in deutlich jüngeren Weingärten.

Böden und Klima

Von der Topographie her ist Griechenland hochspannend für den Weinbau, gerade weil es mit einem Berganteil von 77 Prozent sehr gebirgig ist. Die önologischen “Spielwiesen” sind äußerst vielfältig: viel karges Land mit Kalk und Sandböden, dazu vulkanische Böden auf der Kykladen-Insel Santorin, Höhenlagen – der Weinbau reicht bis auf 1.100 Meter Seehöhe – und Meeresnähe, wobei maritime Terroirs (Kühlung durch Wasserflächen, nicht extraheiß im Sommer, milder Winter) nur in direkter Nähe der Küste zu finden sind. Das Klima reicht von exorbitanter Trockenheit im Sommer bis zu Schneefall und kalten Wintern in den Bergen, vor allem im Norden. So groß die lokalen klimatischen Unterschiede auch sind, gibt es doch drei wichtige Gemeinsamkeiten: viel Sonne, viel Wind, viel Trockenheit. Die bekannteste Weinbauinsel mag Kreta sein, mit sehr hoch gelegenen Weingärten, jene mit dem spannendsten Weinen möglicherweise die Vulkaninsel Santorin, die nie von der Reblaus heimgesucht wurde. Speziell Santorin ist eine Art “Jurassic Park” für autochthone Rebsorten, mit zahlreichen uralten Anlagen, die nicht selten gute 100 Jahre alt sind. Generell bringt die Insel hochspannende, trockene, fast salzig schmeckende Weißweine hervor.

Wer macht den Wein?

Früher wurde der Weinbau von Großproduzenten und Kooperativen dominiert, vor allem in Zentralgriechenland. Doch wie überall in der Weinwelt setzte auch hier in den 1980ern und 1990ern ein Strukturwandel ein. Mangels önologischer Bildungsstätten gingen damals viele Weininteressierte an ausländische Universitäten und kamen als gut ausgebildete Önologen zurück. Sie brachten Know-how aus Bordeaux oder Kalifornien mit und arbeiteten auf der Grundlage dessen, was in Griechenland zu finden war. Die Folge in den 1990ern waren zahlreiche Neugründungen von deutlich kleineren, hochseriös arbeitenden Weingütern und Übernahmen von lange bestehenden Traditionshäusern. Oder auch Abspaltungen, etwa von Boutari, gegründet 1879. Yiannis Boutaris, eine der einflussreichsten Weinpersönlichkeiten des Landes, gründete 1997 in Naoussa in Nordgriechenland die Marke Kir-Yianni.

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Alpha Estate Malagouzia Single Vineyard Turtles

Alpha Estate Malagouzia Single Vineyard Turtles

Grown, produced & bottled by Alpha Estate. 2nd Km. Amyndeon Ag. Panteleimon. 53200, 2015, 0,75 l
frisch & würzig

Griechenland, Macedonia, Amynde